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So entsteht der Arzneimittelpreis

Rezeptpflichtige Medikamente haben in Deutschland einen einheitlichen Preis. Doch wie setzt sich dieser zusammen? Unsere interaktive Grafik erklärt es Ihnen
von Dr. Martina Melzer, 25.10.2016

Strittige Frage: Was darf ein Medikament kosten?

Panthermedia / Valery Vvoennyy

Arzneimittel, die Sie ohne Rezept erhalten, können in verschiedenen Apotheken unterschiedlich viel kosten. Denn sie unterliegen keiner Preisbindung. Für Medikamente, die Sie nur auf Rezept bekommen, gibt es in Deutschland aber eine solche.

Wie sich dieser Festpreis zusammensetzt, möchten wir in unserer interaktiven Grafik an einem Beispiel zeigen. Fahren Sie mit der Maus über die mit Fragezeichen gekennzeichneten Stellen oder klicken auf diese, um mehr Informationen zu erhalten.

Abgabepreis des pharmazeutischen Unternehmers (APU) 50,00 € Der pharmazeutische Hersteller legt den Verkaufspreis für das Medikament fest, in diesem Fall 50 Euro
+ Großhandelshöchstzuschlag (3,15 % auf APU + 0,70 Euro) 2,28 € Der pharmazeutische Großhandel, von dem die Apotheke die Medikamente üblicherweise erhält, erhebt auf den APU einen Zuschlag von 3,15 % +0,70 Euro
= Apothekeneinkaufspreis (AEP) 52,28 € Die Apotheke kauft das Mittel für 52,28 Euro ein
+ Apothekenzuschlag (3 % auf AEP + 8,35 Euro) 9,92 € Die Apotheke erhebt auf den AEP einen Zuschlag von 3 % + einen Festbetrag von 8,35 Euro
+ Notdienstzuschlag (0,16 Euro) 0,16 € Um den Apotheken-Notdienst sicherzustellen, hat der Gesetzgeber den Apotheken einen Fixbetrag von 16 Cent je Mittel zugesprochen
= Netto-Apothekenverkaufspreis (Netto-AVP) 62,36 € Auf den Netto-AVP wird die Mehrwertsteuer von 19 % erhoben
+ Mehrwertsteuer 19 % 11,85 €
= Apothekenverkaufspreis (AVP) 74,21 € Das Arzneimittel kostet in der Apotheke nun 74,21 Euro
- Gesetzliche Zuzahlung des Versicherten (10 % vom AVP) 7,42 € Diesen Betrag muss der Patient für das Medikament in diesem Fall zuzahlen, das soll die Krankenkassen finanziell entlasten. Gesetzlich Versicherte müssen bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln häufig eine Zuzahlung leisten. Diese beträgt zehn Prozent des Arzneimittelverkaufspreises, aber maximal zehn Euro und mindestens fünf Euro. Arzneimittel, die weniger als 5 Euro kosten, bezahlt der Patient selbst. Wenn die Krankenkasse des Patienten mit dem pharmazeutischen Hersteller einen sogenannten Rabattvertrag abgeschlossen hat, sind Medikamente zum Teil ebenfalls zuzahlungsfrei.
- Gesetzlicher Apothekenabschlag (1,77 Euro) 1,77 € Die Apotheke muss diesen fixen Betrag an die gesetzliche Krankenkasse des Patienten abführen, auch dies soll die Kassen entlasten
- Gesetzlicher Herstellerabschlag (7 % vom APU) 3,50 € Das Pharmaunternehmen muss diesen prozentualen Betrag an die gesetzlichen Krankenkassen abführen. Es gibt Ausnahmen von dieser Regel sowie abhängig vom Medikament andere prozentuale Beträge
= Kosten für die gesetzliche Krankenkasse 61,52 €

Quelle: ABDA



Bildnachweis: Panthermedia / Valery Vvoennyy

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